Hörbeispiel: Akustische und elektrische Gitarre (Weitere Hörbeispiele gibt es bei den jeweiligen Artikeln zur akustischen und elektrischen Gitarre)
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Die Musiker hinter den Hörbeispielen
Die Gitarre, das unbekannte Wesen
Gitarre? Unbekannt? Wieso? Jeder weiß doch, was eine Gitarre ist. Hm, aber was ist sie denn eigentlich genau? Hinter dem Begriff Gitarre verbergen sich gänzlich verschiedene und teilweise sogar gegensätzliche Welten, Klänge und Mythen. Viele denken bei Gitarre an Lagerfeuer und Pfadfinder oder die gute alte Wandergitarre, also ein Ding mit 6 Saiten, das jemand vor seinen Bauch bindet, darauf rumschraddelt und dazu ulkige Lieder singt. Für Rockfans ist eine Gitarre hingegen eine Philosophie, eine Lebenseinstellung, ein “entweder-oder”, der kategorische Imperativ, sie ist mindestens elektrisch und nur echt, wenn ihre Töne verzerren und sie dabei jammert und stöhnt.
Der folgende Artikel richtet sich jedoch nicht an professionelle, semiprofessionelle oder zumindest hobbymäßige Rock-Experten sondern an ganz normale Menschen (Eltern…), die eigentlich nicht viel über Gitarren wissen, dieses Instrument aber dennoch als Lerninstrument für Sohn und/oder Tochter in Erwägung ziehen. Daher werde ich im folgenden versuchen, ganz nüchtern ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und einmal grundsätzlich die unterschiedlichen Gitarrentypen und entsprechenden Klangwelten auseinander zu sortieren, um sie anschließend wieder zusammenzuschütten. Hierbei werde ich mich um größtmögliche Objektivität bemühen. Um vorab einmal die wichtigsten Gitarren zu sehen und vor allem hören, sollte man auf jeden Fall einmal hier vorbei sehen: Musikinstrumente – akustische und elektrische Gitarren
Darf es auch ein wenig mehr sein?
Die erste grundlegende Unterscheidung bezieht sich zunächst einmal auf akustisch oder elektrisch. Das bedeutet nicht, dass elektrische Gitarren ohne Akustik auskommen und dass akustische Gitarren niemals elektrisch sind… aber zunächst einmal ganz von vorne….
Der Begriff akustische Gitarre zielt in erster Linie darauf ab, die “ganz normale” Gitarre (aber was ist schon normal…?) von der elektrischen Gitarre zu unterscheiden. Dieses ist nötig aufgrund des enormen Stellenwertes der elektrischen Gitarre in der populären Musik. Gäbe es ein vergleichbares Phänomen bei anderen Instrumentengattungen, so müsste man auch von der akustischen Trompete und der akustischen Tuba sprechen (im Gegensatz zur elektrischen Tuba). Da es aber keine E-Tuba gibt (zumindest nicht als Massenphänomen), weiß jeder, dass mit einer Tuba eine ganz normale Tuba gemeint ist und man kann auf den Begriff “akustische Tuba” verzichten. Ich werde daher in Zukunft auch nicht mehr von akustischen Tubas sprechen, sondern nur noch von Tubas. Eigentlich werde ich ab sofort überhaupt nicht mehr über Tubas sprechen. Zurück zur Gitarre: Bei der Gitarre ist die Situation ziemlich anders, deshalb spricht man von der akustischen Gitarre, wenn man das herkömmliche Instrument meint, das auch vor 100 Jahren schon Verwendung fand. Der Begriff akustisch sagt in diesem Zusammenhang aus, dass der wahrgenommene Klang direkt vom Instrument erzeugt und auch wiedergegeben wird und die Klangerzeugung nicht wie bei der elektrischen Gitarre durch die Wechselwirkung mit einem elektrischen Gitarrenverstärker entsteht.
Warum Angie nicht nur am Lagerfeuer sondern auch im Stadion funktioniert
Wie kann man sich die Klangerzeugung der akustischen Gitarre vorstellen? Nicht wirklich anders als bei der Violine: Die Vibration der Saiten bringt den Resonanzkörpers (oder Korpus) zum Schwingen. Diese Schwingungen werden von der Luft übertragen und bis zum Ohr des geneigten Zuhörers getragen – solange das geneigte Ohr nicht zu weit weg ist. Also ganz einfach ausgedrückt: Sie sitzen am Lagerfeuer, ein Bekannter hat eine Gitarre dabei und spielt Blowing In The Wind. Sie hören es, Sie freuen sich über den Dylan-Klassiker und alles ist gut. Weil es so gut klingt, spielt er für Sie noch “Angie” von den “Rolling Stones”. Es klingt immer noch akustisch, ist auch immer noch akustisch, alles ist immer noch gut. Nun stellen Sie sich aber folgendes Szenario vor: Es geht schon wieder um “Angie”, wieder von den “Rolling Stones”, diesmal aber auch mit den “Rolling Stones”. Sie haben nämlich ein Ticket für eine Rolling Stones Show im Müngersdorfer Stadion. Sie sitzen irgendwo auf den hintersten Tribühnen, 800 Meter von der Bühne, diesmal spielt nicht Ihre Lagerfeuerbekanntschaft sonder Keith Richards persönlich die akustische Gitarre, wie Sie mit Hilfe Ihres mitgebrachten Fernglases eindeutig erkennen können. Sie können die Gitarre sehr gut hören und sie klingt auch immer noch wie eine akustische Gitarre – jedoch sehr viel lauter als am Lagerfeuer. Obwohl Sie diesmal nicht 3 Meter sondern 800 Meter weit entfernt sitzen. Trotz der enormen Geräuschkulisse hören Sie diese zarte Akustikgitarre. Wie ist das möglich? Zauberei? Nein, selbstverständlich wird hier der Klang der akustischen Gitarre elektronisch verstärkt und über das Lautsprechsersystem in das Stadion übertragen. Nicht anders als Mick Jaggers Stimme und die einzelnen Schlagzeugelemente und vieles mehr. Hierbei spielt es keine große Rolle, ob der Klang der akustischen Gitarre mit Hilfe von Mikrophonen, Tonabnehmern oder anderer elektronischer Geräte “eingefangen” wird. Trotz der elektronischen Hilfsmittel bleibt der Klang der Akustikgitarre “akustisch”. Er wird durch die Elektronik lediglich lauter, jedoch nicht grundlegend verändert. Genau das passiert aber bei einer elektrischen Gitarre. Hier wird der Verstärker nämlich ganz bewusst eingesetzt, um den Klang zu verändern. Der Klang einer elektrischen Gitarre (E-Gitarre) entsteht durch die Wechselwirkung zwischen Gitarre und Verstärker. Eine E-Gitarre ohne Verstärker ist leise wie ein Flüstern. Sie hat keinen hohlen Resonanzkörper, der die Schwingungen der Saiten an die Umgebung überträgt, sondern sie ist in den meisten Fällen massiv. Eine E-Gitarre ist also gewissermaßen nichts weiter als ein Brett mit einem angeschraubten Hals. Das bedeutet, dass eine E-Gitarre am Lagerfeuer ohne Verstärker nicht funktionieren wird. Bei absoluter Stille würde man zwar trotzdem noch ein wenig hören (ein perkussives “Klacken” der Saiten und sehr wenig “Ton”), aber nicht genug, um Zuhörer zu unterhalten, die weiter als einen halben Meter entfernt sind.
Von Galaxien und Welten
Damit haben wir also den entscheidenden Unterschied zwischen einer akustischen Gitarre und einer elektrischen Gitarre eingekreist. Quasi umzingelt. Die akustische Gitarre benötigt keine elektronischen Hilfsmittel zur Klangerzeugung während die E-Gitarre ohne elektronische Hilfsmittel gar nicht hörbar wäre. Innerhalb beider Galaxien, der Galaxie der Akustik- und der Galaxie der E-Gitarre, gibt es wiederum verschiedene Welten, die sich ganz grundsätzlich voneinander unterscheiden.
Hier geht es weiter:
Die akustischen Gitarren
Eine akustische Gitarre kaufen
Die elektrischen Gitarren
Eine elektrische Gitarre kaufen
P.S. Zum besonderen Charme einer Gitarre gehört es, dass man bereits mit wenigen Grundkenntnissen komplette Songs begleiten kann. Der Grund: Die Gitarre ist ein Akkord-Instrument. Als Beispiel geht es hier zu dem Klassiker unter den Geburtstagsliedern, mit Text, Noten und Gitarren-Tabulatur: Happy Birthday TABs. Wer zum Geburtstag gerne mal etwas anderes ausprobieren möchte, kann ja einmal hier hereinhören: Ein neues Geburtstagslied
Alle Klangbeispiele der verschiedenen Musikinstrumente
stammen von den folgenden Kinder-Medien:
Die Hörbeispiele selbst sind erschienen auf der Audio CD “Musikinstrumente für Kinder” und können bei Amazon oder bei iTunes heruntergeladen werden.

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Danke schon fur informationen